Kinderrechtskampagne gegen Zwangsbeschneidung gestartet

22. August 2012 - 8:16

„Zwangsbeschneidung ist Unrecht – auch bei Jungen.“ Mit dieser entschiedenen Aussage ist heute,
ein Tag vor der öffentlichen Sitzung des Deutschen Ethikrats, die Kinderrechtskampagne der
Giordano-Bruno-Stiftung gestartet. „Ziel der Kampagne ist es, die geplante Legalisierung medizinisch
unnötiger Vorhautbeschneidungen zu verhindern“, erklärt Stiftungssprecher Michael Schmidt-
Salomon. „Denn die Zwangsbeschneidung ist keine Bagatelle, wie so oft behauptet wird, sondern ein
durch nichts zu rechtfertigender Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht und die körperliche
Unversehrtheit des Kindes.“

Auf der heute freigeschalteten Website www.pro-kinderrechte.de führt der von der Stiftung ins
Leben gerufene „Arbeitskreis Kinderrechte“, dem u.a. der Strafrechtler Holm Putzke angehört,
zahlreiche medizinische, psychologische, politische und juristische Argumente auf, die diese
Einschätzung belegen. Tragischerweise, so die Experten des „AK Kinderrechte“, sei das Wissen über
die tatsächlichen Folgen der Vorhautbeschneidung, die sehr wohl mit „milderen“ Formen der
weiblichen Genitalbeschneidung vergleichbar sei, in der Gesellschaft kaum vorhanden. So wüssten
viele Eltern nicht, dass Säuglinge während der Beschneidung besonders schwere Schmerzen erleiden,
weil das schmerzunterdrückende System erst Monate nach der Geburt funktionstüchtig sei. Fallen
die Kinder aufgrund der ungefilterten Qualen in einen traumatischen Schockzustand, würden die
Eltern die plötzliche Ruhe sogar als Zeichen für die vermeintliche Harmlosigkeit der Beschneidung
fehlinterpretieren.

In der hier zum Ausdruck kommenden „fehlenden Aufklärung beziehungsweise gezielten
Desinformation der Eltern“ liegt nach Ansicht des „AK Kinderrechte“ das „Hauptproblem der
gegenwärtigen Debatte“ : „Wüssten die Eltern über die dramatischen Konsequenzen der Zirkumzision
Bescheid, müsste man über ein Beschneidungsverbot gar nicht mehr diskutieren, da die meisten
Mütter und Väter von sich aus den Gedanken verwerfen würden, ihre Kinder beschneiden zu lassen.“

Um nun im Sinne der Kinderrechte Druck auf die deutsche Politik auszuüben, hat die Giordano-
Bruno-Stiftung eine Plakatkampagne entworfen, bei der sie auf möglichst breite Unterstützung
seitens der Bevölkerung hofft. Dazu heißt es auf der Website www.pro-kinderrechte.de: „Mit jedem
Euro, den Sie der Aktion zur Verfügung stellen, können wir mehr Plakatflächen mieten und damit die
Wahrnehmung unseres Anliegens in der Öffentlichkeit stärken. Denn nur durch einen vehementen
Protest der Bevölkerung wird die angestrebte Legalisierung der Zirkumzision noch verhindert werden
können. Machen wir den Verantwortlichen in Politik und Justiz unmissverständlich klar, dass
Zwangsbeschneidung Unrecht ist – auch bei Jungen!“

www.pro-kinderrechte.de